Theodor Bogler - Das Bauhaus in Brandenburg von der Töpferscheibe zum Serienprodukt --> Ausstellung

 

100 Jahre Bauhaus in Brandenburg

Drei grosse Namen deutscher Keramikgeschichte treffen in den HB-Werkstätten zusammen. Im Bauhaus Jubiläumsjahr veranstalten die HB-Werkstätten als Mitglied des Verbundes Bauhaus 100, dazu Ausstellungen und Vorträge. Die Veranstaltungsreihe beginnt mit der Eröffnung der Ausstellung Bogler - Das Bauhaus in Brandenburg, in den renovierten Räumen der alten Dreherei vom 25.03.- 31.08.2019

Bogler, Bauhaus, Baukasten

Theodor Bogler, der ursprünglich Architekt werden wollte, dann aber eine Töpferausbildung in der Bauhaus Werkstatt Marstall absolvierte, stand in enger Verbindung zu den HB-Werkstätten in Marwitz. In der Dornburger Werkstatt entwickelte er nach seiner Ausbildung durch Gerhard Marks und Max Krehan die sogenannte Kombinationsteekanne. Er wandte damit erstmalig das von Walter Gropius entwickelte Baukastensystem des Bauhauses, in der Keramik an. Dabei sollen auf der Grundlage fest definierter Formteile durch verschiedene Kombinationen neue Entwürfe entstehen.

Die Kombinationsteekanne

Im Falle der Teekanne Theodor Boglers sind aus den gleichen Bauteilen 4 verschieden Varianten entstanden. Basis hierfür war eine Vorratsdose die zunächst durch Freidrehen auf der Töpferscheibe entstand und durch zerschneiden und verputzen im noch lederharten Zustand den Korpus bildete. Weitere Formteile wie Aufhänger, Tülle und Henkel die angarniert wurden, bildeten dann eine Teekanne.


Das Musterhaus am Horn

Für die erste Bauhaus Ausstellung 1923 in Weimar entwarf und baute Gerhard Muche das Musterhaus am Horn. Für die dafür erstmalig entwickelte Einbauküche wurde Bogler beauftragt Vorratsdosen zu entwickeln. Als Grundlage diente ihm die Dornburger Vorratsdose, die er für die Serienfertigung im Schlickergießverfahren transformierte. Dazu wurden Gießformen entwickelt, die die vom Bauhaus proklamierte industrialisierte Serienfertigung ermöglichten.

Harkortsche Werke Velten-Vordamm

In den Steingutfabriken Velten-Vordamm die sich in Fussnähe der HB-Werkstätten befanden gingen diese Vorratsdosen dann 1924 in Serie und wurden Teil deutscher Designgeschichte. Nach Insolvenz der Harkortschen Werke in Velten fanden viele der ehemaligen Bauhäusler in den HB Werkstätten, eine neue Aufgabe und dort wurden und werden noch heute nach den originalen Formen die Keramiken weiter produziert. Hervorgegangen waren die HB Werkstätten aus den Hael Werkstätten (Inh. Margarete Heymann-Loebenstein), die 1933 aufgrund von Verlusten in Folge der Weltwirtschaftskrise und von Denunziation die Insolvenz der Werkstätten anmeldete und den Betrieb stilllegte.

Boglersche Vorratsgefäße

In den Marwitzer HB - Werkstätten werden die Boglerschen Vorratsdosen nach Originalformen und im Schlickergießverfahren in Handarbeit hergestellt.

Die Ausstellung in deren alten Freidreherei macht den Wandel vom «Freidrehen» zum «Gießverfahren» deutlich. Dabei wird das Giessverfahren anhand von Produktionsschritten erklärt, darüber hinaus wird die Entstehung der Teekanne Model S41, die Bogler für Velten Vordamm entwickelte, gezeigt. Im Anschluss an die Ausstellung bieten die HBW einen Rundgang durch die historischen Werkstätten an. Die Ausstellung veranstaltet der HBW Kunsthandwerk e.V. Marwitz.


Diese Website verwendet Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung. Wenn Sie diese Website nutzen, erklären Sie sich mit dieser Verwendung einverstanden. Weitere Informationen finden Sie hier OK