Charles Crodel – Maler und Kunsthandwerker


Heutzutage würde man ihn wohl Allrounder nennen. Sein Werk ist allumfassend: Vom Gemälde über Gefäßdekor für Keramik, malerische Raumgestaltung, Mosaikbilder für Wände und Fußböden. Seine vielseitigen Interessen faszinierten auch Hedwig Bollhagen. Durch Crodel kommt Hedwig Bollhagen zur Baukeramik.

Charles Crodel – Bedeutender Bildschöpfer der Moderne und Künstlerfreund


Carl Fritz David Crodel, genannt Charles Crodel (* 16. September 1894 in Marseille; † 28. November 1973 in München) studiert Kunstgeschichte und Archäologie. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg lehrt er an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. Er hat Lehraufträge an der Hochschule für bildende Künste in Berlin, an der Kunstakademie in München sowie Gastprofessuren in den USA.

Unter den Nationalsozialisten wird er aus dem Lehramt entlassen, mehrere seiner Werke im öffentlichen Raum werden zerstört. In dieser Zeit weicht Crodel ins Kunsthandwerk aus. Zu seinen Werken gehören Keramiken und Glasfenster für mehr als 150 Kirchen. Crodels Glasfensterwerk und baubezogene Keramik zählen zu den bedeutendsten Bildschöpfungen der Moderne in Deutschland. Seine Besuche in den keramischen Werkstätten des Staatlichen Bauhauses auf der Dornburg führen zu dauerhafter Zusammenarbeit mit Bauhausschülern. Auch arbeitet er intensiv mit den Steingutfabriken Velten-Vordamm zusammen. Später nutzt er Reisen nach Berlin zu Arbeitsaufenthalten in Marwitz. Durch die Zusammenarbeit mit Hedwig Bollhagen erschließt Charles Crodel den HB Werkstätten das Feld der Baukeramik und bringt Industrieerfahrungen in die Dekorentwicklung ein. Zwischen Hedwig Bollhagen und Charles Crodel entwickelt sich eine Künstlerfreundschaft. Charles Crodel bemalte die Vase, die sie zur Meisterprüfung einreicht.