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Architektur und Design


Hedwig Bollhagen hat von Anbeginn über den Tellerrand hinausgeschaut. Seit 1934/35 wurde in den HB-Werkstätten auch Baukeramik angefertigt. Avantgardistische Wandfliesen, Türrahmungen, Gartenkeramik. Eine Quelle der Inspiration für Inneneinrichter mit dem Blick für das Besondere. The Spirit of Bauhaus für Design-Hotels und Residences.

Für Inneneinrichter und Architekten: Baukeramik aus den HB Werkstätten


In den 1930er und 1940er Jahre spielte in den HB-Werkstätten die Baukeramik eine wichtige Rolle. Ab 1935 brachten zwei freie künstlerische Mitarbeiter neue kreative Impulse in die HB Werkstätten: Werner Burri und Charles Crodel. So entwickelte der Schweizer Keramiker erstmals eine Fliesenserie mit 16 verschiedenen Tauben- und Pflanzendekormotiven. Crodel, der 1935 erstmals nach Marwitz kam, fand hier als „entarteter“ Künstler eine Nische und konnte sich frei entfalten. Sehr schnell kam es zwischen der jungen, aufgeschlossenen Hedwig Bollhagen und dem vielseitig interessierten Crodel zu einer kongenialen Zusammenarbeit. Beide reizten äußerst experimentierfreudig viele keramische Techniken aus – auch in der Bau- und Gartenkeramik.

Auch wenn die Bilder Crodels als „entartet“ galten, hatte seine angewandte Kunst einen hohen Stellenwert. Er schmückte u.a. Kirchen in Berlin-Kaulsdorf, Ratibor und Rendsburg mit Glasfenstern und erhielt staatliche Aufträge für Baukeramik.

1937 gestaltete Crodel zusammen mit Hedwig Bollhagen im Auftrag der Reichspost den Windfang der Hakeburg in Kleinmachnow bei Berlin. Dabei arbeiteten sie großen Fliesenbildern und einzelnen Bildfliesen in Sgrafittotechnik mit farbiger Bemalung in den Putz ein. 1937/38 folgte für die Reichsgartenschau „Gruga“ in Essen die keramische Gestaltung einer ganzen Gartenanlage. In die Wände und Pfeiler ließen sie große, reich mit Tier- und Pflanzenmotiven dekorierte Fliesentableaus und Bildfliesen einfließen. Geflieste Brunnenbecken, Pflanzkübel und große Vasen ergaben zusammen mit der Architektur und der Gartenlandschaft ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Als letzte große baukeramische Werke entstanden 1940/41 großflächige Fliesenbilder mit figürliche Szenen für das Heeresbauamt. 1942 folgten noch mit verschiedenen Tieren und Pflanzen bemalte Tableaus und Einzelfliesen für das komplett keramisch verkleidete Treppenhaus im Heereszeugamt in Berlin-Spandau.

Crodel wurde zeitlebens zu einem großen künstlerischen Vorbild für Hedwig Bollhagen. Er hatte einen tiefen, prägenden Einfluss auf sie, sowohl in persönlicher als auch in künstlerischer Hinsicht. „Die reiche Ideen, das wirkliche Künstlertum und die heiteren Sicherheit, mit denen Crodel zu arbeiten und zu überzeugen versteht, habe viele gute Architekten veranlasst, mit Freuden Crodelsche Baukeramikentwürfe bei uns ausführen zu lassen“, fasste es Hedwig Bollhagen voller Wertschätzung zusammen.

Inneneinrichter und Architekten, die das Besondere für ihre Kunden finden möchten: für das private Zuhause, das Feriendomizil oder das Design-Hotel, für die Inneneinrichtung wie für die Gartenanlage. Die HB Werkstätten für Keramik können auf ein umfangreiches bauhistorisch relevantes Archiv zurückgreifen.